Esther und ihre Töchter – Jüdische Frauen in der Vormoderne

In 14 days

Short facts

  • Fürth
  • 14.02.2023
  • 19:00 - 20:30

Vortrag über Geschlechterrollen und Wirtschaftstätigkeit jüdischer Frauen in Franken von Christian Porzelt

Über vier Jahrzehnte hinweg verdiente die Witwe Esther (ca. 1645-1727) in der fränkischen Amtsstadt Kronach im nördlichen Teil des Hochstifts Bamberg ihren Lebensverdienst mit dem Verkauf von Kramwaren und Textilien. Sie handelte auch mit ländlichen Agrarprodukten und betrieb sogar Kredit- und Pfandleihgeschäfte. Zahlreiche Kontakte zur Stadt- und Landbevölkerung belegen ihre Einbindung in christliche Wirtschafts- und Kreditnetzwerke. Auch Esthers‘ Töchter Ella und Jüdla waren Geschäftsfrauen. Als verheiratete Frauen übernahmen sie innerhalb der Haus- und Erwerbsgemeinschaft eine zentrale Rolle. So unterstützten sie nicht nur ihre Ehemänner, sondern führten in deren Abwesenheit die Geschäfte weiter und waren sogar selbstständig im Handel aktiv. Der Historiker und Kunsthistoriker CHRISTIAN PORZELT ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, und forscht seit 2019 zum fränkischen Landjudentum. Die Biografien jüdischer Frauen der Vormoderne sind schwer fassbar und nur fragmentarisch überliefert. Porzelt ist jedoch eine faszinierende Studie über die Geschlechterrolle und Wirtschaftstätigkeit jüdischer Frauen in Franken gelungen. Seine Forschungserkenntnisse, schließen ein stückweit die Forschungslücken um die jüdische Frau in der Vormoderne und räumt mit so manchem Klischee über „die jüdische Frau“ auf. IN DER RINGVORLESUNGSREIHE DES JMF stellen Wissenschaftler und Nachwuchswissenschaftler ihre neuesten Forschungsergebnisse zu fränkisch-jüdischen Kultur vor.

Anmeldung unter: besucherservice@juedisches-museum.org

Königstraße 8 9

90762 Fürth


E-mail:

Website: www.juedisches-museum.org

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